Als Randsportart oft vernachlässigt und nicht ernst genommen haben sich Skateboarden, seine Community und Gründer Marvin Enzinger schlussendlich durchgesetzt. Skateboarden ist kein Sport? Da wirst du eines Besseren belehrt werden!

Wer und was steckt hinter dem Skateboard Klub Amstetten?

Der Skateboard Klub Amstetten wurde im Mai 2021 in der Hoffnung gegründet, dass das Skateboarden als Sportart im Raum Amstetten an Attraktivität gewinnt. Bisher war das leider nicht der Fall, weil Randsportarten von vielen Österreicher:innen nicht ernst genommen werden. Sie betrachten Skateboarden mehr als ein Spiel oder Hobby, sogar vom österreichischen Rollsportverband wird Skateboarden nicht offiziell unterstützt und anerkannt. Daher musste ein separat agierender Skateboard Fachverband in Österreich gegründet werden. Ein weiteres Problem in der Skater-Szene ist, dass Skateparks nicht als offizielle Sportanlagen anerkannt werden, sondern zu Spielplätzen zählen und als solche gewidmet sind.

Wir als Verein möchten uns aus diesen potenziellen Konfliktthemen heraushalten und haben mit unserem Skaterpark Projekt in Mauer bei Amstetten eine private, ungestörte Alternative für alle Skatebegeisterten geschaffen. Hier gilt ein großer Dank Herrn Helfried Blutsch, der uns diesen Traum ermöglicht und geholfen hat, diesen Platz zur Verfügung gestellt zu bekommen. Hinter dem Verein stehen derzeit Obmann Stellvertreter Sebastian Steinmayer und ich, Gründer/Obmann Marvin Enzinger sowie sowie eine handvoll fleißiger Mitglieder, die sich tatkräftig bei unserem vereinseigenen Skatepark in Mauer engagieren.

Wie kann ich als Interessierte:r bei euch Mitglied werden und was steht mir als Mitglied in einem Skateboard Verein bevor?

Derzeit hat der Verein fast ausschließlich Mitglieder, die sich voll der Vereinsarbeit annehmen. Außerdem stecken wir momentan alle unsere Ressourcen in den Erbau des Skateparks, demnach nehmen wir momentan nur Mitglieder auf, die sich auch hierbei einbringen wollen. Wir können erst zu 100% mit unseren geplanten Vereinsaktivitäten wie Skateboard Kurse, Workshops, Ausflüge etc. durchstarten, sobald der Skatepark annähernd fertig ist. Dies findet vermutlich heuer statt, man kann es jedoch jetzt schon als ein einzigartiges Projekt bezeichnen, welches es in dieser Form in Österreich kaum gibt.

Egal ob bereits Skateboard Erfahrungen vorhanden sind oder nicht, bei Interesse kannst du uns einfach eine Mail an skateboardklubamstetten@gmail.com senden und wir kümmern uns um dich.

Wodurch brilliert die Amstettner Skaterzsene deiner Meinung nach am meisten?

Die Skateboard Szene in Amstetten gibt es schon seit über 25 Jahren und ist sehr familiär aufgebaut. Egal welchen Bereich du abdeckst – von globalen Wettkämpfen bis hin zu eigenen Skateboard Geschäften – in Amstetten fehlt dir nichts. Das war schon vor der Vereinsgründung so und wird dadurch noch verbessert – sodass ein noch engeres Netzwerk entsteht.
Skateboarden kann man am besten mit Kunst vergleichen. Du bist nicht ortsgebunden, kannst sowohl alleine als auch in einer Gruppe skaten und dir sind in Ausführung, Niveau und Kreativität keinerlei Grenzen gesetzt – so wie es bei Künstler:innen eben auch der Fall ist.

Was ist für euch das beste am Skateboarden? Und was sind Vorurteile, mit denen ihr konfrontiert werdet?

Wir lieben besonders das Gefühl der Unabhängigkeit und Freiheit – das ist auch der Grund, warum uns so viel am Skateboarden liegt. Wir haben in dieser Szene allerdings stark mit Vorurteilen, z.B. mit intensivem Drogenkonsum, zu kämpfen oder stoßen einfach auf generelles Unverständnis in der Bevölkerung. Nachdem Skateboarden seit Kurzem zu einer olympischen Disziplin aufgestiegen ist, hoffen wir, dass das Bewusstsein der Bevölkerungen gegenüber unserer Sportart sich erweitert, auch wenn dieser Prozess wahrscheinlich noch einiges an Zeit beanspruchen wird, bis diese Mentalität auch in Österreich ankommen wird.

Ihr habt für den Verein auch eine Spendenkampagne ins Leben gerufen. Wozu dient das Geld und wie können sich unsere Leser:innen aktiv beteiligen?

Bei unserer „Gofundme“-Kampagne geht es hauptsächlich darum, die fehlenden finanziellen Mittel für den Erbau unseres Skateparks zu beschaffen. Dafür haben wir eine eigene „gofundme“ Website eingerichtet, die man über unsere Socal Media Kanäle findet. Außerdem können Skateboarder:innen uns durch ihre Mitgliedsbeiträge unterstützen.

Über „Skateboarder“ gibt es viele Klischees. Welche Klischees hängen euch mittlerweile besonders zum Hals raus?

Worüber wir uns als Skateboarder immer besonders aufregen ist, wenn man uns in Zeitungen als „coole Skater“ bezeichnet. Also bitte einfach immer den Begriff „Skateboarder“ verwenden, im besten Fall dazu auch noch gegendert. Bei uns gibt es auch keinen Skate“r“park, sondern einem Skatepark – ohne das „R“ dazwischen. Und “coole Stunts” performen wir auch nicht. Das sind einfach nur ganz normale Tricks.

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Über den Autor:

Nina Gumpenberger

Praktikantin Stadtmarketing Amstetten

Tanzen, Reisen und Feiern zählen zu Nina's Hobbies - bei ihren 21 Jahren auch nicht sonderlich überraschend. Wenn sie nicht gerade als "Latina Austríaca" das Tanzbein schwingt, begibt sie sich als Hobby-Schatzsucherin auf die Jagd nach hipper Vintage-Kleidung.