In Amstetten kennt die Stereo Bullets mittlerweile jeder. Sie sind in sämtlichen Lokalitäten gern gesehene Gäste und sorgen mit einem Sound, der ins Ohr geht, stets für ausgelassene Stimmung. Selbst das zurückhaltendste Publikum haben die vier humorvollen Musiker schnell auf ihrer Seite, denn neben erstklassiger Musik wird die Crowd auch mit feinsten Gags unterhalten. Um auch mal ihre Sicht auf die Amstettner Musikszene kennenzulernen, stand uns Sänger Andreas Weissensteiner nun in einem Interview Rede und Antwort. Here we go:

In welcher Amstettner Location spielt ihr am liebsten?

Unsere absolute Stammkneipe, sei es für Auftritte oder um gemeinsam mit Freunden einen geselligen Abend zu verbringen, war immer die rock.BAR. Neben unzähligen Gigs, die wir dort Indoor und Outdoor spielen durften, verbinden wir sehr viele Erinnerungen und Emotionen mit dieser Bar. Die Nervosität vor dem allerersten Auftritt in Amstetten oder die Stimmung bei so manchem unserer Konzerte dort. Wir haben viele unserer Meilensteine dort gefeiert und jede unserer mittlerweile drei Studio-CDs mit einer bombastischen Releaseparty in der rock.BAR gefeiert.
Leider gibt es die Bar in der Form nicht mehr, was ein harter Schlag für die Amstettner Musiker*innen war. Von dieser Bar werden wir sicher noch unseren Enkeln erzählen. Es gibt aber mittlerweile auch viele coole neue Events und Locations. Wir spielen auch sehr gerne Unplugged z.B. im Stehachterl bei den Höflichkeiten, im Yellow Club oder bei Freilicht-Events am Amstettner Hauptplatz.

Gibt es eine Amstettner Location, in der ihr noch nie gespielt habt, aber gerne mal spielen würdet?

Wir sind inzwischen eigentlich fast durch. Eine Location, die wir allerdings unbedingt als Band bespielen möchten, ist die Remise. Zwar haben einzelne Bandmitglieder bereits mit ihren Nebenprojekten dort gespielt, aber die Stereo Bullets gab es dort leider noch nie zu hören. Wir sind der Meinung, das sollte sich schnell ändern – ihr auch? Es wäre doch nice, einen Abend mit mehreren Amstettner Bands dort zu veranstalten, wenn wir uns alle wieder zu Konzerten treffen können. Wir brennen alle schon wieder darauf, unsere neusten Songs für euch zu performen und sind mitten im Songwriting und Aufnahme-Prozess.

Wer ist Amstettens leiwandster Gastgeber?

Wir sind in Amstetten grundsätzlich immer gut mit allen Gastgeber*innen ausgekommen, mit denen wir zu tun hatten. Wir sind da aber auch verhältnismäßig pflegeleicht. Wenn die Rahmenbedingungen passen, ein fairer Deal eingehalten wird und Bier eingekühlt ist, sind wir schon zufrieden. Besonders erwähnen möchten wir aber Rami Abu Zhara, Robert Gelbmann und den Amstettner Freundeskreis, die allesamt mit ihrer Offenheit den Amstettner Bands gegenüber auch uns sehr unterstützt haben.

Wie würdet ihr das Amstettner Live-Publikum beschreiben?

Das Amstettner Live-Publikum ist natürlich eines der besten weltweit, es ist ein sehr treues und offenes. Bei unseren Shows sehen wir immer wieder bekannte Gesichter, die uns von „Stunde Null“ an unterstützt haben und uns schon lange begleiten. Das Amstettner Publikum will unterhalten werden und hat einen sehr guten Geschmack. Die Nähe zum Publikum, die Geschichte, die wir mit den Leuten teilen und das Beisammensein nach dem Gig mit Freunden und Familie lassen immer eine ganz eigene Atmosphäre entstehen, die uns immer wieder dazu motiviert, Shows in Amstetten zu spielen.

Was zeichnet die Amstettner Musikszene aus?

Die Amstettner Musikszene zeichnet sicherlich ihre Vielfalt und Qualität aus. Über die Jahre haben sich Bands unterschiedlichster Musikrichtungen herausgebildet und allesamt liefern eine derart hohe Qualität, dass jede einzelne Band auf eine mittelgroße bis große Bühne gestellt werden könnte und eine Hammer Show abliefern würde. Angefangen von Jazz, Country, Rock, Pop bis hin zu den unterschiedlichsten Metal-Richtungen ist für jede*n Musikliebhaber*in hier etwas dabei. Hier steht Amstetten größeren Städten in nichts nach. Erwähnen muss man auch die gute Vernetzung unter den Bands und das freundschaftliche Verhältnis der Musiker*innen untereinander. Man hat nie das Gefühl, dass die Bands in Konkurrenz zueinander treten würden. Vielmehr ist es ein schönes Miteinander und erfahrenere Bands, zu denen wir uns mittlerweile auch zählen, sind immer auch offen neueren Bands gegenüber und versuchen diese zu unterstützen, wo es geht. Ein besonderes Merkmal der Amstettner Musikszene ist das Grave Yard Studio. Wir und so ziemlich jede andere Band aus dem Umkreis haben dort unsere Alben und CDs aufgenommen. Unser Schlagzeuger Dom hat dort bereits unzählige Bands unterschiedlichster Musikrichtungen produziert. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist unschlagbar und das Grave (wie wir es nennen) ist ein Ort der Begegnung, des musikalischen Austausches und der Inspiration. Hier ist schon so Vieles geschehen und wir verbinden sehr viel mit diesem Studio.

Was würdet ihr euch für die Amstettner Musikszene wünschen?

Wir wünschen uns für die Amstettner Musikszene, dass das vorherrschende kreative Potenzial unterstützt wird und immer wieder neue Ideen entstehen, wie Amstettner Bands supported werden können. Da ist in der Vergangenheit bereits sehr viel Schönes passiert. Ich wünsche mir, dass der Zusammenhalt unter den Bands erhalten bleibt und fände es extrem cool, wenn es mal ein (mehrtägiges) Outdoor-Festival in Amstetten geben würde. Die Amstettner Bands gehören auf die Bühne und ich denke, dass das ein echtes Aushängeschild für die ganze Region und eine tolle Möglichkeit wäre, auch junge Bands zu unterstützen. Natürlich sind auch die coolsten Events nur „Live-Proben“, wenn kein Publikum kommt. Deshalb wünsche ich mir auch für die Zukunft, dass die Amstettner*innen so zahlreich und motiviert zu den Veranstaltungen erscheinen und die Bands unter anderem durch einen Einkauf am Merch-Stand unterstützen. In einer CD stecken monatelange Arbeit, hohe Kosten und Mühen, um den bestmöglichen Sound an die Ohren der Konsument*innen zu bringen. Die Bands sind dankbar, wenn ihre Kunst und vor allem auch der Aufwand wertgeschätzt werden und sie so auch finanziell unterstützt werden – Reich werden von der Musik werden ohnehin nur die wenigsten.  Insgesamt kann man sagen, dass die Amstettner Bands sehr offen sind, neue und innovative Ideen mitzutragen und darauf brennen, sich und ihre Musik einem breiten Publikum vorzustellen.

Stereo Bullets

Spielt ihr lieber Auftritte in der Heimat oder weiter weg?

Wir durften in unserer Bandgeschichte bereits weit reisen, viele Bühnen sehen und an unterschiedlichsten Orten spielen. Wir genießen es einerseits zwar, immer neue Leute kennenzulernen, spielen aber auch gerne Heimshows in Amstetten. Vor manchen Auftritten in der Heimat sind wir aufgeregter als bei größeren Gigs in der Ferne, da wir den Leuten, die unsere Entwicklung bereits von Anfang an beobachten konnten, eine tolle Show liefern möchten. Bei den Shows in Amstetten sind immer auch viele Freunde und Familienmitglieder mit dabei, was uns natürlich auch besonders freut und motiviert.

Welches Amstettner Live-Erlebnis habt ihr noch besonders in Erinnerung?

Ich hab mal kurz nachgesehen und mit Erstaunen festgestellt, dass wir in unserer Bandgeschichte bereits zirka 40 Mal in Amstetten und unmittelbarem Umfeld gespielt haben. Es ist schwierig, einen einzelnen Gig oder Moment auszuwählen, zumal wir hier schon so viel erlebt haben und hier auch alles für uns angefangen hat. Ob es nun die drei Release-Partys unserer Alben, Supportshows mit internationalen Acts, Unplugged-Konzerte unter freiem Himmel oder laute und wilde Rockkonzerte waren, bei denen der Schweiß von der Decke tropfte – jeder Abend hatte etwas ganz Eigenes an sich und bleibt uns in Erinnerung. Eines hatten allerdings alle Auftritte gemeinsam – Wir hatten immer riesigen Spaß, gemeinsam auf der Bühne zu stehen und mit dem Publikum abzufeiern. Deshalb freue ich mich gerade jetzt in Zeiten der Isolation umso mehr bereits wie ein kleines Kind auf unseren 41. Auftritt in Amstetten, genau so als wäre es der Allererste. Wir haben noch viel vor auf unserer gemeinsamen Reise als Band und Amstetten und vor allem die Amstettner*innen werden hierbei immer eine zentrale Rolle spielen.

Welche Amstettner Band sollten wir unbedingt mal auschecken?

Hier hat der*die Hörer*in wirklich die Qual der Wahl. Wie bereits weiter oben beschrieben, ist für jeden Musikgeschmack etwas dabei. Es poppen immer wieder neue Bands auf und es entsteht eine Unmenge an mörderisch guter Musik. Am besten schaut ihr mal auf Spotify vorbei, dort gibt es mittlerweile mehrere Spotify-Playlists mit Amstettner Bands. Da Geschmäcker ohnehin verschieden sind, kann ich jetzt keinen pauschalen Tipp abgeben, da es sich einfach lohnt, alle Bands in Amstetten auszuchecken, das ist wirklich keine Übertreibung. Wir freuen uns natürlich, wenn ihr bei uns, den „Stereo Bullets“, reinhört, geben euch aber auch den Tipp, einfach zu den Konzerten der Amstettner Bands zu kommen oder euch online reinzuhören.

* Alle Antworten wurden in schriftlicher Form von den Bands eingeholt. Aus Gründen der besseren Lesbarkeit verwenden wir grundsätzlich das generische Maskulinum, den Bands wurde in ihren Antworten aber das Gendern selbst überlassen.

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Über den Autor:

Carina Thoma

Praktikantin Stadtmarketing Amstetten

Carina ist immer auf der Suche nach neuen Hobbies, derzeit „gartlt“ sie mit recht
großer Begeisterung. Und fotografieren, auf Konzerte gehen, schreiben und Kulturmanagement
studieren tut sie nebenbei auch noch.